Kulturwoche 01.-08.09.2013

Neue Ausstellung im Stadtmuseum erzielt ungebrochene Faszination

Schongau – Hinterglasmalerei kann sehr facettenreich sein: Dies beweist die Ausstellung, die im Rahmen der Kulturwoche im Schongauer Stadtmuseum zu sehen ist.

Bei der Ausstellung, zu der der Kulturverein Schongauer Land lädt, stellen acht heimische Künstler unter dem Titel „Hinterglasmalerei aus der Region – Tradition und Moderne“ ihre Werke vor: Jos Huber (Weilheim), Wally Kulot (Altenstadt), Hubert Lang (Oberammergau), Hedi Scheck (Ohlstadt), Gerhard Stachora (Vilgertshofen), Annemarie Steidle (Oberammergau), Stefan Walter (Hohenfurch) und Fride Wirtl-Walser (Peiting).

Sehr gut besucht war die Eröffnung der Ausstellung am gestrigen Sonntag. „Die Hinterglasmalerei lebt heute wunderbarer und schöner denn je“, stellte Helmut Schmidbauer fest. Der Kulturverein habe seit seines Bestehens fast jedes Jahr eine andere Ausstellung gezeigt und dabei bereits die verschiedensten Kunstrichtungen präsentiert, führte Dr. Helmut Zedelmaier (Vorsitzender des Kulturvereins) aus. Und in diesem Jahr komme mit der Hinterglasmalerei ein weiterer interessanter Bereich der Bildenden Kunst hinzu. „Die Hinterglasmalerei hat eine jahrhundertealte Tradition“, erklärte die Kuratorin Brigitte Battenberg. Seit die Hinterglasmalerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden sei, sei deren Faszination ungebrochen, führte die Kuratorin aus. „Die Bildinhalte leuchten wie magische Szenen auf“, so Battenberg. Der Oberammergauer Experte für Hinterglasmalerei, Professor Josef Riederer, ging auf die lange Geschichte dieser faszinierenden Kunst ein, die bereits in der Antike begann. Eine unglaubliche Blüte habe die Hinterglasmalerei im 19. Jahrhundert erfahren: Damals seien besonders sakrale Motive sehr gefragt gewesen, die dann den Herrgottswinkel in bäuerlichen Häusern zierten. „Die Hinterglasmalerei erfordert ein enormes malerisches Können“, betonte Riederer. „Man muss mit dem Vordergrund beginnen“, erläutere er. Es sei „eine gewaltige Leistung“, so etwas zu produzieren.Die Werke, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind sehr vielschichtig: Denn die acht Künstler präsentieren alle völlig unterschiedliche Stilrichtungen und wenden zudem ganz verschiedene Techniken an.Dies macht die Ausstellung so facettenreich: Mythologische Szenen, geheimnisvolle Naturbilder und Farbvisionen von magischer Leuchtkraft sind Seite an Seite zu bewundern. Großflächige satirische Bilder ziehen die Besucher ebenso in den Bann wie die alte Renaissancetechnik der Verspiegelung, die ebenso in den Werken Niederschlag findet. Die Eröffnung wurde von der Harfinistin Marika Cecilia Riedl musikalisch umrahmt.

 

KULTURWOCHE im Jakob-Pfeiffer-Haus

 

 

von Freitag 30 Mai 2014 bis Montag 09 Juni 2014

 

 

Kunstwelten in unserer Region.        
Repräsentativer Querschnitt durch Kunstgattungen in unserer Region –
vorgestellt jeweils von 3 Künstlern.

Malerei: ANGELIKA BÖHM-SILBERHORN, BERNHARD JOTT KELLER,  ERNST HECKELMANN
Bildhauerei: EGON STÖCKLE, MARION WERNER,  PETER MAYR
Goldschmiedekunst: EVA MAURER, RENATE SCHMIDINGER, LISA WALTER
Künstlerische Keramik: FRITZ RENNER, BARBARA SCHWÄMMLE, FRANZISKA  ZIMMERMANN
Fotografie: ERNST WEEBER, ANDREAS RUMLAND, FLORENCE BÜHR
Audiovisuelle Präsentationen von E. Weeber: Momente der Vergänglichkeit, Eiszeit, Naturgestalten.

Ein großes Rahmenprogramm wurde geboten:

Fr.,   30. Mai 2014 – 18.00 Uhr          Ausstellungseröffnung – Jakob-Pfeiffer-Haus, Schongau

Sa., 31. Mai 2014 – 19.00 Uhr           MAXI SCHAFROTH und MARKUS SCHALK „Faszination Allgäu“
                                                                Schlossberghalle, Peiting

So., 01. Juni 2014 – 15.00 Uhr         Beschwingter Nachmittag – Jakob-Pfeiffer-Haus, Schongau
                                                                mit der BACHBÄND aus Hohenfurch. – Klezmer, Jazz, Dixiland, Swing
                                                                u. eigene Arrangements.

Mi., 04. Juni 2014 – 15.00 Uhr          Buchvorstellung – Jakob-Pfeiffer-Haus, Schongau
                                                                RENA MAY –  und MARKUS FENNER
.Fr., 06. Juni 2014 – 15.00 Uhr          Heiterer Nachmittag – Jakob-Pfeiffer-Haus, Schongau
                                                               Musikalisches und Literarisches zum Schmunzeln.
                                                               Am Klavier – FRITZ MÄUERLE, Texte – MARIANNE PORSCHE-ROHRER,
                                                               MANFRED HASLINGER und BARBARA ASPELMEYER – Eintritt frei.
Mo., 09. Juni 2014 – 14.00 Uhr        Ausstellungsfeier im Jakob-Pfeiffer-Haus, Schongau
                                                               mit dem Hohenpeißenberger GOSPELCHOR JOYFUL PEOPLE

1. April 2014 Jazz Hommage an den Freischütz

Meisterwerk aus verjazzten Opernarien: Pianist Daniel Mark Eberhard, Kontrabassist Andreas Kurz und Harald Rüschenbaum am Schlagzeug mit Erzähler Wolfgang Griep. Die Veranstaltung am Dienstagabend im Schongauer Ballenhaus war kein Aprilscherz, auch wenn sich das Programm beinahe so las: „Swing Frei Schütz“ mit dem Harald Rüschenbaum-Trio und dem Erzähler Wolfgang Griep ist die weltweit einzige Jazz-Fassung der bekannten Oper „Freischütz“ von Carl Maria von Weber, und so ein Wagnis mutete etwas seltsam an. Wie so eine kuriose Idee zustande kommt? Der international bekannte Schlagzeuger und Bandleader Harald Rüschenbaum klärt auf: Die Idee, eine Oper zu verjazzen, habe er schon immer gehabt. Auf einer Veranstaltung lernte er den Literaturwissenschaftler Wolfgang Griep kennen, der aus Eutin stammt, die wiederum die Geburtsstadt Carl Maria von Webers ist. Griep hatte – und das wirklich zufällig – eine fertig umgeschriebene, witzige Version des Freischütz-Librettos in der Schublade – und schon waren die Fäden geknüpft. Und warum führt man das Stück hier in dieser Gegend auf? Auch das gehört zum Plan des Allroundkünstlers Rüschenbaum: Genovefa Weber, die Mutter Carl Maria von Webers, stammt aus dem nicht weit entfernten Marktoberdorf. „Und so schließt sich der Kreis von Eutin bis hier“, so Rüschenbaum. Es ist eine geniale Vorstellung, die da geboten wird, wobei in dem Wort „einzigartig“ die aussagekräftigste Bedeutung liegt. Allein die textliche Bearbeitung der Oper durch Wolfgang Griep ist nicht nur köstlich und abendfüllend, sondern auf Grund eines immer wieder eingeflochtenen aktuellen Bezugs einfach umwerfend. So ist es vielleicht Agathe deshalb so bang, weil sie an ihre bevorstehende lange Ehezeit denkt? Und ihre Freundin Ännchen hat einen Selbsthilfekurs in Traumdeutung an der VHS Schongau gemacht und kann nun wunderbar Agathes furchtbaren Traum deuten. Die unheimliche Wolfsschlucht ist möglicherweise eine Folge der Klimakatastrophe und das Kugelgießen von den Jägern Max und Caspar ist spannender als die Lottozahlen, aber das ganze wörtliche Geflecht hier aus dem Zusammenhang reißen, verfälscht irgendwie das wohldurchdachte und verwobene Gesamtbild, das auch in unnachahmlicher Weise herrlich vorgetragen wird. Genauso wenig ist die Musik des Harald Rüschenbaum Trios zu beschreiben. Der Pianist Daniel Mark Eberhard, der Kontrabassist Andreas Kurz und Harald Rüschenbaum am Schlagzeug haben ein Meisterwerk aus verjazzten Opernarien geschaffen, das man unbedingt hören sollte. Denn man kann sich einfach nicht vorstellen, dass etwa der Ohrwurm „Nun winden wir den Jungfernkranz“ mit Schlagzeug, Kontrabass und Klavier in ein völlig neues musikalisches Kleid gesteckt werden kann. Beim Solostück des hervorragenden Pianisten, das Agathes düsteren Traum interpretiert, kommt Gänsehautgefühl auf, so unheimlich und bang klingen die gehämmerten Molltöne, und das musikalische Jazzfinale der nicht tragisch endenden Oper ist einfach furios. Das Trio improvisiert, so wie es bei gutem Jazz sein sollte, und es hat sichtlich und hörbar enormen Spaß – ein geballter musikalischer Elan ist da spürbar. Dieses einzigartige Werk ist in seiner Kombination aus intelligentem Textwitz und hervorragender Jazzmusik keine Verballhornung der Oper „Freischütz“ – es ist eine Hommage.

26. Juni 2014 Ausflug nach Mühldorf am Inn

Mitglieder und Freunde des Kulturvereins Schongauer Land zu Besuch im Rathaus in Mühldorf.
Den Abschluss bildete eine Führung bei der Brauerei Unertl.

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